Die Original Schweinfurter Schlachtschüssel

Die Original Schweinfurter Schlachtschüssel ist kein Essen der üblichen Art. Ein oder auch zwei rosige Tierchen werden gekocht, geschnitten und auf blankgescheuerten Holzbrettern verteilt. Zeit muss man haben und einen guten Hunger dazu. Die Schweinfurter Schlachtschüssel ist ein ideales Programm für Gruppen. Sie wird von Gesellschaften, Vereinen und Firmen, eigens bestellt und als geschlossene Veranstaltung abgehalten.

Eine Original Schweinfurter Schlachtschüssel ist kein Gericht, das auf der Speisekarte steht und immer erhältlich ist. Sie muss in jedem Falle vorbestellt werden. Sitzt die Gesellschaft von 40 oder mehr Personen zusammen kann das lukullische Zeremoniell beginnen.

 

Bauernbrot, Kren und Sauerkraut

Auf den blankgescheuerten Holzbrettern liegen Besteck, und Lätzchen bereit. Zuerst gilt es die Beigaben planmäßig vorzubereiten. Knuspriges Bauernbrot wird in mundgerechte Stücke geschnitten und am Essplatz gestapelt, dazu gesellen sich kleine Häufchen von Salz, Pfeffer und frisch geriebenen Kren (Meerrettich). Schließlich wird heißes Sauerkraut, frisch aus dem Stücht, aufgetragen, von dem sich jeder einen Schlag zur Umrahmung seines “Schlachtfeldes” aufschichtet ( nicht zu viel es kommt immer wieder heißes nach).

Nun wird es Ernst! Ungeduldig trommeln die Hungrigen mit Messer und Gabel auf die Holzbretter, um den Metzger “anzulocken”.

Schnell schleppt er den dampfenden Bottich an und schneidet vor den Augen der begierig Wartenden in Windeseile die Fleischstücke in dünne Scheiben und verteil sie auf den Tischen. Das Originelle dieses handfesten Mahles ist es nämlich, dass nicht jedem Gast eine eigene Portion vorgesetzt wird; er ist gehalten, ungeniert und nach Herzenslust zuzulangen. Das Bauchfleisch, mehrmals frisch aufgetragen, bildet den Auftakt. Viele, die es sonst niemals essen, schwören darauf, dass es das Beste von der Schlachtschüssel sei.

 

Vom fetten zum mageren Fleisch

Nach der Regel “vom fetten zum mageren Fleisch” folgen Backe, Stich, Kamm und Bug. Anschließend ist eine längere Pause.
Lustige Schlachtschüssel-Lieder und Schunkler fördern in dieser die Verdauung und machen bereit zum “nächsten Gefecht”.

Kenner wissen, jetzt kommen Kopffleisch mit Ohren und Rüssel und als Abschluss Zunge, Herz und Nierchen.

Getrunken wird Wein oder Weinschorle, manchmal auch Most. Bier ist verpönt als Schlachtschüssel-Sakrileg.

Dagegen kann ein kräftiger Zwetschgenschnaps zur Halbzeit oder zum Schluss den strapazierten Magennerven nicht schaden.

Das stundenlange gesellige Bemühen der Kau- und Lachmuskeln, kommt einer wahrhaft gastronomischen Olympiade gleich. Die beste Zeit dafür sind die Wintermonate. Die Schlachtschüssel wird meistens in der Mittagszeit oder am frühen Abend abgehalten.

Seit über 100 Jahren hat sich die Familie Beck vom Gasthaus Zellertal dem Erhalt dieser Unverwechselbaren Schweinfurter Spezialität verschrieben. Die Original Schweinfurter Schlachtschüssel wird seit über 150 Jahren in Schweinfurt abgehalten und beansprucht für sich das Gewohnheitsrecht, auf diese Art und Weise angeboten und zelebriert zu werden! 

Die nächste öffentliche Schlachtschüssel ist am Samstag, den 07. Oktober 2017 um 12 Uhr.

 Gleich anmelden: 09720/1023

oder über das Tourismusbüro Schweinfurt 360°  http://www.schweinfurt360.de/genussreich/fraenkische-koestlichkeiten/original-schweinfurter-schlachtschuessel/